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SINN

Da sitze ich morgens müde, trinke Kaffee,
ein Faden noch verbunden mit den Träumen,
vertiefe mich in meine Tasse.
Da wird mir nach und nach bewußt
wie oberflächlich ich doch bin,
denn mein Sinn fällt weiter in die Tiefe,
sieht die Pflanzen an dem Hang hoch in den Bergen,
die Bohnen langsam gereift,
jede einzelnt gepflückt von Menschenhand,
seh ihre Gesichter, schlichter Alltag.
So fängt es an, doch die Kette, die ist lang,
ihr Weg weit, sich Glied an Glied aneinander reiht,
bis zu meiner Tasse.
Und ich lasse es jeden Tag unbewußt geschehen,
sehe nicht die Berge, die Menschen, die da hinter stehen,
die Hände, die weiten Wege, all der Aufwand,
bis es schließlich hier zu mir gelangt.
Wie oberflächlich ich doch bin
und dieses kurze Fenster in die Tiefe stellt mir die Frage.
Was hat dein Leben für ein Sinn?